Fill

PAM-M

Laufzeit:

01.04.2021 - 31.03.2023

Projektleitung:

Benno Kleinhenz

Ansprechpartner:

Stephan Estel


Konsolidierung, Erweiterung und Markteinführung des Pflanzenschutz-Anwendungs-Managers

Projektziele

1. Markteinführung von PAM

Das primäre Ziel von von PAM-M ist die bundesweite Markteinführung des Produktionsmittel-Anwendungs-Manager (PAM). Dies wird erreicht durch dessen Integration in verschiedene Farm-Management-Informationssysteme (FMIS) und begleitende Marketingmaßnahmen der Wirtschaftspartner 365FarmNet und ISIP e. V.

Im Ergebnis wird dem Landwirt und weiteren Nutzergruppen ein Entscheidungshilfesystem (EHS) zur Verfügung gestellt, das die schlagspezifischen Abstands- und Hangauflagen des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG), des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und der Düngeverordnung (DüV) ermittelt und automatisiert Randstreifen und Applikationskarten berechnet. Diese weisen Bereiche aus, in denen keine Dünge- oder Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt werden dürfen.

Ein großflächiger Einsatz des PAM-Service kann zu Einsparungen von Produktionsmitteln führen und damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

2. Konsolidierung der PAM-Projekte

Der PAM-Service wurde im Rahmen der vorangegangen Projekte PAM, PAMrobust und PAM3D von 2013 bis 2021 entwickelt. Mit PAM-M (2021-2023) erfahren die in diesen Projekten entwickelten Hintergrunddienste eine Aktualisierung und werden an die Erfordernisse der Markteinführung bzw. einer FMIS-Integration angepasst.

  • Im PAM-Projekt (2013-2015) wurde ein internetbasierter Pflanzenschutz-Anwendungs-Manager (PAM) entwickelt, der automatisiert auflagenkonforme Randstreifen berechnet und  maschinenlesbare Applikationskarten erzeugt. Der Service wurde auf der Agritechnica 2015 mit Gold ausgezeichnet.
  • PAMrobust  (2017-2018) zielte darauf ab, den PAM-Service zu einen robusten, funktional zuverlässigen Prototyp für den Praxiseinsatz auszubauen. Im Fokus standen die Verbesserung der Hintergrunddienste sowie die Erarbeitung von Anwenderdokumentationen.
  • In PAM3D (2017-2021) wurden Dienste zur Verarbeitung von Höhendaten aus Satelliten-, Laserscan-, Traktor-, und Drohnendaten sowie zur teilflächenspezifischen Berechnung der Hangneigung entwickelt, wodurch nun auch die Einhaltung von Hangneigungsauflagen möglich ist.

 

3. Erweiterung des PAM-Service

Während in den vorangegangenen PAM-Projekten nur die Auflagen des Pflanzenschutzgesetzes Berücksichtigung fanden, sollen mit PAM-M nun auch die Auflagen des Wasserhaushaltsgesetzes und der Düngeverordnung integriert werden. Der Pflanzenschutz-Anwendungsmanager wird so zum Produktionsmittel-Anwendungs-Manager. Die über die Ländergrenzen hin variierenden Bestimmungen des WHG und der DüV stellen eine nicht unerhebliche Herausforderung dar und erfordern die Modifikation nahezu aller Hintergrunddienste des Service.

Eine weitere wichtige Änderung stellt die Bereitstellung einer Nutzeroberflächen dar. Während Landwirte über FMIS auf die Funktionalitäten des Service zugreifen, eröffnen PAM-Webviewer und Onlinetools auch anderen Nutzergruppen die Möglichkeit die in den Gesetzesauflagen definierten Randstreifen zu visualisieren. Dies soll vor allem Prüfdienste oder Pflanzenschutz- und Pflanzenbauberater ansprechen.

Nicht zuletzt besteht die Hoffnung über die visuelle Darstellung eine Diskussion anzuregen, die die praktische Umsetzung der verschiedenen Verordungen und vor allem die rechtssichere Anwendung von PAM thematisiert. Die Einbindung verantwortlichen Stellen in die Weiterentwicklung des PAM-Services ist daher ein fester Bestandteil des Projekts und bildet ein eigenständiges Arbeitspaket. Können im Rahmen der Diskussion Lösungen gefunden werden, kann PAM ein effektiver und herstellerunabhängiger Web-Service zur Beratung, Planung, Kontrolle, Ausführung und Dokumentation von Dünge und Pflanzenschutzmaßnahmen werden.

Da der technische Fortschritt voranschreitet, werden auch in PAM-M neue Entwicklungen berücksichtigt. Darunter fallen zum Beispiel die Ableitung abstandsrelevanter Landschaftstrukturen aus Satellitendaten oder die Ableitung der Böschungsoberkante aus Laserscandaten.

 

PAM M Konzept