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AssSys

Laufzeit:

15.09.2017 - 14.10.2020

Projektleitung:

Julius Kühn-Institut

Ansprechpartner:

Marco Herrmann


Assistenzsystem zur teilflächenspezifischen Applikation von Pflanzenschutzmitteln

 

Zielsetzung und Hintergrund 

Mithilfe einer teilflächenspezifischen, bedarfsgerechten Pflanzenschutzmittelapplikation lässt sich eine deutliche Reduktion der benötigten Pflanzenschutzmittelmenge in der landwirtschaftlichen Praxis erzielen.

Hierzu wurde in Kooperation von Julius Kühn Institut und Herbert Dammann GmbH bereits der Prototyp eines Feldspritzgerätes entwickelt, der verschiedene Pflanzenschutzmittel unabhängig voneinander teilflächenorientiert zu applizieren vermag. Um die vorhandenen technischen Möglichkeiten jedoch auszuschöpfen, bedarf es einer intelligenten Dateninfrastruktur zur Identifizierung und umfassenden Charakterisierung von Teilflächen. So werden aktuell Prognosen zum Auftreten von Pflanzenkrankheiten nur schlagspezifisch erstellt, obwohl diese vielfach, wie beispielsweise echter Mehltau oder verschiedene Halmbasiskrankheiten in Wintergetreide, nesterweise in Schlägen auftreten (Johann to Büren & Kleinhenz, 2013; Spickermann, 2005). Deshalb wird im Rahmen dieses Projektes ein Prognosetool entwickelt, welches exemplarisch das Auftreten von Halmbasiskrankheiten in Wintergetreide räumlich im Schlag prognostiziert.

Hierzu werden optische Bonituren zur Befallsverteilung der Halmbasiskrankheiten echter Halmbruch, scharfer Augenfleck, Fusarium-Halmbasisverbräunung sowie Schwarzbeinigkeit zum Zeitpunkt der Milchreife in mehreren Praxisschlägen durchgeführt.

Um die räumliche Verteilung der zu untersuchenden Krankheiten zu ermitteln, werden je Praxisschlag etwa 200 Boniturpunkte in Form eines Gitternetzes angelegt und mehrere Halme je Boniturpunkt auf das Auftreten von Halmbasiskrankheiten hin untersucht.

Die bonitierte Befallsverteilung wird mit der räumlichen Ausprägung von Lage-, Boden-, Feuchte- und Bestandsparametern korreliert, um den Einfluss dieser Faktoren auf das Krankheitsauftreten zu evaluieren. In einem folgenden Schritt soll anhand dieser Faktoren ein Algorithmus entwickelt werden, der das räumliche Krankheitsauftreten prognostiziert.

 

Vorarbeiten

Im vorangegangenen iGreen-Teilprojekt „Erweiterung und Integration von Simulations- und Prognosemodellen für biologische Systeme“ wurde bereits der methodische Ansatz zur räumlichen Erfassung und Prognose von Halmbasiskrankheiten entworfen, allerdings ohne ein konkretes Prognosetool zu entwickeln. Der vorhandene methodische Ansatz soll im Rahmen dieses Projektes ausgebaut und mithilfe des Prognosetools in eine praxistaugliche Anwendung überführt werden.

 

Projektdetails

Förderer:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (PTBLE)

Projektpartner:

Julius Kühn Institut - Institut für Anwendungstechnik und Pflanzenschutz (JKI-AT)

Julius Kühn Institut - Institut für Strategien und Folgenabschätzung (JKI-SF)

Julius Kühn Institut - Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland (JKI-A)

Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP)

Herbert Dammann GmbH (DAM)

Geoinformationsdienst GmbH (GID)

Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion e.V (ISIP)

 

20180222 Logos Projektpartner

 20180222 Logos Projektförderer

 

Johann to Büren, G.; Kleinhenz, B. (2013): Prognose bei Halmbasiskrankheiten. In: Getreidemagazin (01), S. 51–53.

Spickermann, G. (2005): GIS-basierte Erfassung und Prognose der räumlichen Verteilung von Pflanzenkrankheiten. Dissertation, Universität Bonn.