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NIKIZ

Laufzeit:

01.01.2020 - 30.06.2023

Projektleitung:

Dr. Christian Lang

Ansprechpartner:

Manuela Schieler


Nachhaltiges Insekten- & Krankheitsmanagement im Zuckerrübenanbau der Zukunft

 

Hintergrund

Durch das Verbot der Neonikotinoid-Beize an Zuckerrüben (Beta vulgaris) seit dem Jahr 2019 kommen neue Herausforderungen auf den Zuckerrübenanbau zu. Bereits im letzten Jahr konnte man einen Anstieg von neuen und alten Schädlingen beobachten. Um das Risiko der bedeutensten Schädlinge besser bewerten zu können, wurde das Projekt NIKIZ ins Leben gerufen.

Projektziele

In artspezifischen Monitorings wird die Populationsdynamik der folgenden Schädlinge genauer beobachtet. Von besonderer Bedeutung ist die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus), sie kann das Proteobakterium ‚Candidatus Arsenophonus Phytopathogenicus‘ (Bressan et al., 2012) oder ein Stolbur-Phytoplasma (Gatineau et al., 2002) übertragen. Dadurch wird das Syndrome Basses Richesses (SBR) ausgelöst, was den Zuckergehalt senken kann (Sémétey et al., 2007). Die grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) kann verschiedene Viren übertragen, hier ist vor allem die anholozyklische Überwinterung von Bedeutung, die erhöten Virusbefall im Frühjahr hervorrufen kann. Die schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae), die in der Zuckerrübe hauptsächlich als Saugschädling gilt, kann ebenfalls große Schäden anrichten. Drahtwürmer, die Larven verschiedener Schnellkäferarten (Agriotes spp.) sowie der spitzsteißige Rübenrüssler (Tanymecus palliatus) sind in der Zuckerrübe Fraßschädlinge und können ein Absterben der Jungpflanzen hervorrufen (Dieckmann, 1983; Hoffmann and Schmutterer, 1999).

Bei der ZEPP werden Konzepte zu Entscheidungshilfesystemen (EHS) erstellt und die Parameter aus den Monitorings mit Wetterdaten verrechnet. Diese Daten werden zu EHS weiterentwickelt und nach Abschluss des Projektes auf www.isip.de für Berater und Landwirte zur Verfügung stehen.

Es werden Konzepte zu Entscheidungshilfesystemen (EHS) für wichtige Schädlinge im Zuckerrübenanbau erstellt. Dabei wird das Erstsauftreten bzw. der Befallsbeginn sowie der Populationsaufbau der Schädlinge prognostiziert. Die Konzepte für die EHS werden auf der Basis von Literaturangaben und Daten aus aktuellen Monitorings im südwestdeutschen Zuckrrübenanbau entwickelt. Als Eingangsgrößen dienen einerseits die standortspezifischen Wetterdaten und andererseits die Fruchtfolge, Bodenbearbeitungstypen, die Anbaudichte und die Klassifizierung von Umgebungshabitaten. Bei der Populationsentwicklung soll auch die natürlichen Gegenspieler sowie Regulierungsmethoden mit Insektiziden oder biologische Mitteln berücksichtigt werden.

Die EHS werden nach Ende des Projektes der Praxis auf www.isip.de zur Verfügung stehen.

Förderung:

Das Projekt „NIKIZ“ wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, gefördert.

 

Förderer und Projektpartner